Veredeln von Obstbäumen

Das Veredeln von Obstbäumen dient zur Erhaltung und Verbreitung alter Sorten, die teilweise nicht mehr im Handel sind. Außerdem können junge Bäume umveredelt werden, deren Früchte nicht erwünscht sind.\r\nMan sollte nur Apfel auf Apfel - Kirsche auf Kirsche - Zwetschge auf Zwetschge - Birne auf Birne veredeln (oder "belzen", sprich "baitzn"). Ausnahmsweise kann Birnenreisig auf Quitten als Unterlage für kleine Bäume und Spaliere veredelt werden.

Das Ergebnis nach ein paar Jahren, 
  die Veredelung (im Kreis) ist schön angewachsen 
  und bildet (bald) die neue Krone.

Kurzanleitung\r\nDas Edelreisig schneidet man im Februar bei frostfreier Witterung. Die nur einjährigen Triebe werden kühl und nicht zu trocken gelagert z.B. im Rübenkeller oder in einem tiefen Brunnen aufhängen. Meine Edelreisige werden in einem großen Mostkeller auf einem Mostfass mit gutem Erfolg gelagert.\r\nDiese einfache Art des Veredelns unter die Rinde verlangt kein besonderes Geschick, aber mit guten Ergebnissen. Ein erfahrener Baumwart zeigte mir die einseitige Veredlung unter die Rinde.
 
 Der beste Zeitpunkt zum Veredeln, ist nach meiner Erfahrung der 1. Mai (bei trockener Witterung!). In der Regel blühen schon die Kirschbäume, die auch während der Blüte veredelt werden können.\r\nVorerst wird die Krone abgeworfen, man schneidet zuerst etwas höher ab, dann die richtige Stelle, damit die Rinde nicht einreißt. Die Schnittstelle wird mit dem scharfem Messer nachgeschnitten und die Kante abgerundet. Das Edelreisig schneidet man zurecht, wie auf den Fotos zusehen ist. Zwei bis vier Augen sollten die Belzer haben. Sehr wichtig ist, dass die Schnittstellen nicht mit den Fingern berührt werden. Mit Bast oder einem Gummiband wird die Veredelung festgebunden, alle Schnittstellen werden mit Baumwachs wasserdicht verstrichen. Nach ca. 8 Wochen den Verband aufschneiden, wenn die Triebe angewachsen sind, damit der Verband den Ast nicht abschnürt. Die Verbandsreste vorsichtig abnehmen, keinesfalls sollte die Wunde wieder aufgerissen werden! \r\nHandwerkszeug: - Scharfes Messer - Baumsäge - Baumwachs ( keine anderen Wundversorgungen) - Bast - Gummibänder - geeignete Klebebänder\r\nDas Reisig zum Veredeln wird mit einem möglichst scharfem Messer zugeschnitten.

Links ist bereits eine Veredelung unter die Rinde gesteckt, die Rinde wird dazu auf einer Seite vorsichtig mit dem Messer angehoben, sodaß das zugeschnittene Reisig wie ein Keil hineinpaßt.

Hier sieht man gut die Seite des Reisigs, die nicht bearbeitet wurde und noch mit Rinde bedeckt ist.

Ein Ast in dieser Größe ist geeignet drei Veredelungen aufzunehmen. Je genauer der (fast) dreieckige Keil in die abgelöste Rindenspalte paßt, desto besser, denn damit sinkt die Gefahr, daß Luft- oder Wassereinschlüsse das Anwachsen verhindern.

An liebsten nehme ich Bast zu Fixieren der Veredelung und Baumwachs zum wasserdichten versiegeln der Wunde.

Nach ca. 8 Wochen den Verband aufschneiden, wenn die Triebe angewachsen sind. \r\nViel Spaß und ein gutes Gelingen!